ersten Wink des Gouverneurs ausliefern, und Gerechtigkeitoder Milde dürftet Ihr in der Hölle eher erwarten als vonHagenbach."
„Es gibt, wie man sagt, Beschwörungen, welche die Hölleselbst zittern machen," entgegncte Philipso»; „und ich-besitzedie Mittel, um selbst den von Hagenbach zu besäuftigeu, vor-ausgesetzt, daß ich mit ihm selbst unter vier Augen sprechenkann. Aber von seinen ausgelassenen Reisigen, gestehe ich,habe ich nichts zu erwarten, als daß ste mich todtschlagen,bloß um meinen Mantel zu bekommen."
„Wenn das der Fall ist," antwortete der Landammann,„und Jbr Euch nothwendigerweise von uns trennen mußt,wofür Ihr allerdings kluge und triftige Gründe angegebenhabt — warum wollt Ihr nicht Grafslust zwei Stunden voruns verlassen? Die Straßen werden sicher sein, da man un-ser Geleite erwartet; wenn Jbr Euch früh auf den Weg ma-chet, werdet Ihr den von Hagenbach wahrscheinlich nüchternantreffen und so fähig Vernunft anzuhören, als er immer ist;d. h. seinen eigenen Vvrtheil wahrzunehmen. Hat er abereinmal sein Frühstück mit Rheinwein hinuntergespült, und ertrinkt solchen jeden Morgen ehe er die Messe hört, so ver-blendet seine Wuth selbst seine Habgier."
„Alles, waS ich brauche, um diesen Plan auszuführen,"versetzte Philipson, „ist, daß Ihr mir ein Maulthier leihet,um mein Felleisen zu tragen, welches bei Eurem Gepäck ist."
„Nehmt die Mauleselin," sagte der Landammann; „stegehört hier meinem Bruder aus Schwyz; er wird sie Euchgerne geben."
„Und wäre ste zwanzig Kronen werth, so würde ich esthun, wenn es mein Kamerad Arnold verlangte;" gab derweißbärtige alte Mann zur Antwort.