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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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kei't, die weder für Zeit noch Ort paßte, auf ihre schöne Stirneeinen oder zwei Tropfen von der Feuchtigkeit, die an seinereigenen Hand zurückgeblieben war. Der Opal, auf welcheneiner der Tropfen gefallen mar, gab einen glänzenden Fun-ken von sich wie eine Sternschnuppe und wurde ini Augenblickhernach licht- und farblos wie ein gemeiner Kiesel; die schöneBaronesse aber sank mit einem tiefen und schmerzlichen Seuf-zer auf Len Boden der Kapelle nieder. Alles drängte sicherschrocken um sie her. Die unglückliche Hermione wurde vomBoden aufgehoben und i» ihr Zimmer geschafft, und ihreZüge wie ihr Puls veränderten sich in der kurzen Zeit, diehiezu nothig war, so sehr, daß die, welche sie erblickten, dieNähe ihres Todes vor Augen sahen. Kaum war sie in ihremGemach, als sie mit ihrem Manne allein gelassen zu werdenverlangte. Er blieb eine Stunde bei ihr und als er heraus-trat, verschloß er die Thüre hinter sich doppelt und dreifach;dann begab er sich in die Kapelle und blieb hier mehr alseine Stunde vor dem Altar niedergeworfen.

Unterdessen hatten sich die meisten Gäste zerstreut; nureinige blieben auS Artigkeit oder Neugierde zurück. Jeder-mann hielt es für unschicklich, die Thüre zu der kranken DameZimmer verschlossen zu lassen; aber in der Bestürzung überdie Umstände, unter welchen diese Krankheit eingetreren war,dauerte es einige Zeit, ehe man die Andacht des Freiherrnzu stören wagte. Endlich langte ärztliche Hülfe an und dieGräfin von Waldstetten nabm es auf sich, den Schlüssel zufordern. Sie redete mehr als einmal den Mann an; er schienaber unfähig zu Horen oder zu verstehen, was sie sagte. Zu-letzt gab er ihr jedoch Len Schlüssel und fügte dabei hinzu,daß alle Hülfe vergebens und daß es ihm angenehm wäre,wenn alle Fremden das Schloß verließen. Es hatten wenige