nicht r» voreilig! macht keinen Versuch! es ist etwas Ge-heininißvolles um diesen Opaltalisman; seid vorsichtig undlaßt die Sache so hingegen!"
Der Baron, dessen Aufregung sich stets und mehr stei-gerte als für die Weisheit paßte, auf die er Anspruch machte— obgleich man vielleicht zugeben wird, daß eine so öffent-liche Beschimpfung an einem solchen Ort und zu einer solchenZeit hinreichend war, um die Klugheit des Ruhigsten und diePhilosophie des Weisesten zu erschüttern — antwortete finsterund kurz: „Seid Zhr auch so eine Närrin?" und beharrtehei seinem Vorsatz.
In diesem Augenblick trat die Baronesse in. die Halleund sah in Folge ihrer Niederkunft gerade blaß genug aus,UM ihr liebliches Gesicht noch reizender, wenn auch minderbelebt zu machen als es gewöhnlich war. Nachdem sie dieversammelte Gesellschaft mit herablassender und anmuthigerAufmerksamkeit begrüßt, wollte sie eben fragen, warum Frauvon Steinfeldt nicht zugegen wäre, als ihr Gemahl der Ver-sammlung das Zeichen zum Aufbruch in die Kapelle gab undder Baronesse den Arm reichte, um den Anderen voranzuge-hen. Die Kapelle war beinahe voll von der glänzenden Ge-sellschaft und Aller Augen waren auf ihren Wiith und seineFrau gerichtet, als sie unmittelbar hinter vier jungen Mäd-chen eintraten, die den Säugling in einer leichten und schö-nen Sänfte trugen.
Als sie die Schwelle überschritten, tauchte der Baron sei-nen Finger in den Weihkessel und bot seiner Dame Weih-wasser. — Sie nahm es an, indem sie, wie gewöhnlich, seinenFinger mit ihrem eigenen berührte. Um aber die Verläum-dungen der böswilligen Frau von Steinfeldt zu widerlegen,spritzte der Baron mit einer Miene scherzhafter Vertraulich-
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