auf die Furcht zurückführen ließen, davon, andere machtensich auf ein besonders schreckliches Ereigniß gefaßt. Ein solchestrat aber nicht ein; an dem erwarteten Jahrestag, lang vorder Zauberstunde der Mitternacht, machte Danischmend seinemBesuch in dem Arnheimer Schloß ein Ende und ritt in demAufzug eines gewöhnlichen Reisenden vom Thore weg. DerBaron hatte indessen von seinem Lehrer mit vielen Zeichender Betrübniß und selbst des Kummers Abschied genommen.Der weise Perser tröstete ihn durch ein langes flüsterndesGespräch, von welchem man bloß den letzten Theil vernahm,— „beim ersten Sonnenstrahl wird sie bei dir sein. Sei gütiggegen sie, aber nicht übergütig." Darnach reiste er weg undman hörte und sah nichts mehr von ihm in der Nähe vonArnkeim.
Man bemerkte an dem Baron den ganzen Tag nach demAbgang des Fremden einen besonderen Trübsinn. Er bliebgegen seine Gewohnheit in der großen Halle und besuchteweder die Bibliothek noch das Laboratorium, weil er sich dortnicht mehr der Gesellschaft seines weggegangenen Lehrers er-freuen konnte. Mit dem Grauen des folgenden Morgensrief Hermann seinen Edelknaben und kleidete sich mit unge-wöhnlich großer Sorgfalt au. Da er in der Blüthe desLebens stand und eine edle Gestalt besaß, so hatte er Ursachemit seinem Aussehen zufrieden zu sein. Als er seinen Anzugvollendet, wartete er, bis die Sonne gerade am Horizonterschien, nahm dann den Schlüssel zum Laboratorium, dernach des Pagen Ansicht die ganze Nacht da gelegen habenmußte, und schritt vorwärts, begleitet von seinem Diener.An der Thüre stand der Freiherr stille und schien bald un-schlüssig zu sein, ob er den Edelknaben wegseuden, bald ober die Thüre öffnen sollte; es war, als ob er etwas Außer-