wo der Freiherr manchmal mit ihm viele Stunden lang arbei-tete Die S! loßbewohner konnlen keinen Fehler an demMagier oder Perser finden, alS daß er sich den Vorschriftender Neliaion entzog, nnd nie zur Beichte und Messe gingoder andere religiöse Gebräuche milmachte. Der Kaplan zeigtesich zwar befriedigt durch den GewissenSzustand deS Fremden;aber der würdige Geistliche stand schon lange in Verdacht, erbekleide sein bequemes Amt nur unler der sehr vernünftigenBed ngung, daß er sich mit allen Grundsätzen derer einver-standen erkläre nnd die Rechlgläubigkeit Aller verfechte, welchedie Gastfreundschaft des Freiberrn genossen.
Man bemerkte, daß Danischmenk streng seine Andachtenverrichtete, daß er sich bei den ersten Strahlen der aufgeben-den Sonne niederwarf, daß er eine silberne Lampe von denschönste» Verhältnissen verfertigte und sie auf ein Gestellbrachte, welches eine verstumme lte Marmorsäule vorstellte undin dessen Sockel hieroglyphische Bilder eingegraben waren.Mit welchen Stoffen er ihre Flamme unterhielt, war Niemandbekannt, als vielleicht dem Baron; aber die Flamme warsteter, reiner und glänzender, als d>e man bisher gesehen;die Sonne am Himmel selbst ausgenommen. Man glaubteallgemein, daß der Magier die Flamme in Abwesenheit diesessegensreichen Lichtes zum Gegenstand seiner Verehrung mache.Sonst »abm man nichts an ibm war, als daß seine Sittenstreng schienen und daß er sich außerordentlich ernsthaft be-zeigte. Er führte im Allgemeinen ein sehr mäßiges Lebenund seine Fasten und Wachen wiederholten sich oft. BesondereGelegenheiten ausgenommen, sprach er mit Niemand imSchloß, als mit dem Freiherrn; da er aber Geld hatte undfreigebig war, so wurde er von der Dienerschaft zwar mitEhrerbietung, aber ohne Furcht oder Abneigung betrachtet.