Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
199
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Glanz, welcher beim Licht mit solcher Lebhaftigkeit glühte,als ob der Edelstein selbst die Strahlen aussendete, welcheer bloß zurückwarf. Auf das Anerbieten einer Erfrischungerwiederte der Fremde:Brod darf ich nicht essen und Wasserdarf meine Lippen nicht netzen, bis der Rächer an der Schwellevorüber ist."

Der Baron befahl die Lampen zu putze» und frischeFackeln anzuzünden. Dann schickte er seine ganze Haushal-tung ins Bett und blieb mit dem Fremden allein in der Hallesitzen. Um die stille Mitternachtsstunde wurden die Thoredes Schloff s wie von einem Wirbelwind erschüttert, und eineStimme, wie die eines Herolds, wurde gehört. Sie verlangteihren rechtmäßigen Gefangenen Danischmend, den Sohn Hali's.Hierauf vernahm der Wächter, wie ein Fenster in der Hallegeöffnet wurde, und er konnte die Stimme seines Herrn un-terscheiden, welcher mft der Person redete, die also das Schloßaufgefvrdert hatte. Aber die Nacht war so finster, daß er dieSprechenden nicht sehen konnte, und die Sprache, deren siesich bediente», war entweder eine ^anz fremde, oder doch mitfremden Wörtern so stark untermischt, daß er nicht eine Sylbevon dem verstand, was sie sprachen. Kaum waren fünf Mi-nuten verstrichen, La erhob der, welcher außen sich befand,aufs Nene die Stimme, wie zuvor, und sagte auf deutsch:ein Jahr und einen Tag verschiebe ich die Strafe; aberwenn ich nach Ablauf dieser Zeit komme, so fordere ich, wasmir gehört, und dann will ich nicht, daß man sich mir wider-setzt."

Von dieser Zeit an war Danischmend, der Perser, einbeständiger Gast im Schloß Arnheim, und nie trat er über die'Zugbrücke. Seine Vergnügungen oder Beschäftigungen schieneu auf die Schloßb.bliothek und das Laboratorium beschränkt