Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
187
Einzelbild herunterladen
 

Vater auf den Sohn übergingen und inan glaubte, sie seienden tiefsten Verborgenheiten der Goldmacherci nahe gekom-men. Oft wurde von ihrer Weisheit und ihrem Neichthumam Stuhle des Kaisers gesprochen und in den häufigen Strei-tigkeiten, welche die Kaiser vor Alters mit den Päpsten un'terhielten, hieß es, sie seien durch die Rathschläge der Baronevon Arnheim dazu ermuthigt, wenn nicht aufgereizl und durchihre Schätze unterstützt worden. Vielleicht gab ein solchespolitisches Verfahren, in Verbindung mit den ungewöhnlichenund geheimnißvollen Studien, welche die Familie Arnheim solange verfolgte, Veranlaffang zu der allgemein angenommenenMeinung, daß sie bei ihren Forschungen durch übernatürlicheEinflüsse unterstützt wurden. Die Priester waren geschäftig,diesem Gerücht gegen Männer Vorschub zu leisten, die viel-leicht keinen andere» Fehler hatten, als den, daß sie klügerwaren, als sie selbst."

Seht," sagten sie,was für Gäste im Eckstoß Arnheimaufgenvmmen werden. Laßt einen christlichen Ritter, der imKriege mit den Sarazenen zum Krüppel geworden ist, fick ander Zugbrücke zeigen, so reickit man ihm eine Brvdrinde undeinen Becher Wein und heißt ihn seines Wegs gehen. Wennein Pilger mit dem Geruch der Heiligkeit, den er sich an denheiligsten Orten und durch die heilige», seine Anstrengung be-weisenden und belohnenden Reliquien erworben hat, an dieunheiligen Mauern kommt, so spannt der Wächter seine Arm-brust und der Pförtner schlägt das Thor zu, als brächte derwandernde Heilige die Pest aus dem gelobten Lande mit.Kommt aber ei» graubärtiger, glattzüngiger Grieche mit sei-nen Pergamentrollen, von denen schon die Buchstaben christ-lichen Augen Mühe machen kommt ein jüdischer Rabbinermit Talmud und Cabbala kommt ei» schwarzer, sonnenver-