die über der Schweizerin schönes Gesicht geflogen, verschiedeneAuslegungen herausdcutete.
Unterdessen wurde seine Träumerei plötzlich Lurch denGedanken unterbrochen, daß es ihn wenig kümmern konnte,was die Ursache ihrer Verwirrung gewesen war.
Sie hatten sich noch nicht lange zum erstenmal getroffen,— bald mußte» sie einander für immer verlassen. Sie konnteihm nichts mehr sein als das Andenken a» eine schöne Er-scheinung und er konnte in ihrem Gedächtniß bloß den Platzeines Fremden einnehmen, der aus fernem Lande gekommenwar und einige Zeit im Hause ihres OheimS verweilt hatte,den sie aber nie wieder zu sehen boffen durste. Als dieserGedanke sich in den Zug romantischer Bilder drängte, dieihm die Seele bewegten, war es wie der heftige Stoß derHarpune, der den Walisisch aus schlummernder Starrheit zuheftiger Thätigkeit erweckt. Der Thorweg, auf dem der jungeSoldat die Wache hatte, erschien ihm plötzlich zu eng. Erlief über die Nothbrücke hin und überschritt hastig einen klei-nen Raum vor dem Brückenkopf, auf welchem Las äußereEnde der Brücke ruhte.
Hier maß er eine Zeit lang den engen Raum, auf wel-chen ihn seine Pflicht als Schildwache beschränkte, mit großenund eiligen Schritten, als ob er durch ein Gelübde verpflichtetwäre, sich auf demselben so viel als möglich Bewegung zumachen. Dies bewirkte indessen, daß sich sein Geist einiger-maßen beruhigte, es brachte ihn zu sich selbst und erinnerteihn an die vielen Gründe, welche ihn abhielten, seine Auf-merksamkeit und noch viel mebr seine Neigung auf die jungePerson zu wenden, so bezaubernd sie auch war.
Ich habe, dachte er, als er seinen Schritt mäßigte undseine schwere Partisane schulterte, gewiß Verstand genug übrig,