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ten um sich warf, mußten ihren Ursprung in einer anderenQuelle haben. Auch konnte Krankheit oder Ermüdung nichtdie Art und Weise rechtfertigen, wie sie ihre Lippen znsam-menzvg oder zusammenpreßte, als ob sie sich anstrengte, etwasSchreckliches zu thun oder anzusehen, sie konnten auch dasZittern nicht erklären, das sie von Zeit zu Zeit anzuwandelnschien, obgleich sie es dann wieder durch eine heftige Anstren-gung für Augenblicke zu verdrängen vermochte. Für diesenWechsel des Ausdrucks mußte im Herzen eine tiefe, traurigeund quälende Ursache vorhanden sein. Was war das aber?
Es ist für die Jugend gefährlich, die Schönheit in allemGlanz ihrer Reize zu erblicken und wenn jeder Blick auf Er-oberungen ausgeist — gefährlicher ist es, sie in einer Stundeungekünstelter und sorgloser Ruhe und Einfachheit zu sehen,wenn sie sich der angenehmen Laune des Augenblicks überläßtund eben so geneigt ist, Gefallen zu finden, als zu erregen.ES gibt Gemüther, die es mehr ergreift, die trauernde Schön-heit zu schauen, jenes Mitleid zu fühlen, jenen Wunsch, dieLiebliche in ihrem Kummer zu trösten, welches der Dichter,als mit der Liebe so nahe verwandt, beschreibt. Aber aufein Gemüth von der romantischen und abenthenerlichen Gat-tung, wie ste das Mittelalter häufig hervorbrachte, machte derAnblick einer jungen und liebenswürdigen Person, die sichaugenscheinlich, doch ohne sichtbare Ursache, in einem Zustandvon Schreck und Leiden befand, vielleicht noch mehr Eindruck,als die Schönheit in ihrer Pracht, in ihrer Zärtlichkeit oderin ihrem Kummer. Dergleichen Empfindungen, müssen wirbemerken, waren nicht bloß auf die höheren Stände beschränkt,sondern fanden sich in allen Klassen der Gesellschaft vor, diesich über den bloßen Bauern oder Handwerker erhoben. Derjunge Philipson blickte auf Anna von Geierstein mit solcher
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