gewöhnlich; die übrigen Botschafter trieben Ihr Gastmahlbeinahe bis zum Gelage. Der ältere Philipson sah dem Auf-tritt mit aufmerksamen, und ängstlichem Auge zu uud tranknur dann Wein, wann ihm zugetrunken wurde und die Höf-lichkeit eine Erwiederung nöthig machte. Sein Sohn hattedie Halle gleich beim Beginn des Schmauses auf die Artverlassen, die wir jetzt angeben wollen.
Artbur hatte im Sinne, sich mit den Jünglingen zu ver-einigen, denen es oblag, innerhalb ihres Aufenthalts Schildwache zu stehen oder außerhalb desselben herumzustreifen. Für'diese» Zweck hatte er mit Siegmund, dem dritten Sohne desLankammanns, Verabredungen getroffen. Da er aber ersteinen Avschiedsblick von Anna von Geierstein erhaschen wollte,ehe er seinen Vorsatz ausführte und sich zu diesem Diensteanbvt, nahm ihr Gesicht einen so nachdenklichen und ernst-haften Ausdruck an. daß er an gar nichts Anderes mehrkachle, als an das, was möglicherweise diesem Wechsel hätteseine Entstehung geben können. Die sanfte Offenheit der Stirne,das Auge, welches selbstbewußte und furchtlose Unschuld ver-kündete, die Lippen, welche, unterstützt von einem gleich freienBlick, wie ihre Worte, immer bereit schienen, mit Güte undVertrauen auszusprecben, was das Herz diktirte, hatten fürden Augenblick ihre Eigenrhümlichkeit und ihren Ausdruck völ-lig verloren und waren in einem Grade und einer Weiseverändert, daß keine gewöhnliche Ursache genügende Rechen-schaft davon zu geben vermochte. Die Müdigkeit hätte dieRothe aus des Mädchens Gesicht verdrängen könne» undKrankheit oder Schmerz würde ihr Auge getrübt und ihreStirne umwölkt haben. Aber die tiefe Niedergeschlagenheit,mit welcher sie manchmal ihre Augen auf den Boden heftete,der furchtsame und erschrockene Blick, den sie zu anderen Zer-