Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
148
Einzelbild herunterladen
 

gespannter Neuzier, mit so viel Mitleid und Zärtlichkeit, daßihm die lärmende Scene uni ihn her vor den Augen zu ver-schwinden und in der geräuschvollen Halle Niemand zurückzu-bleiben ichien, als er selbst und der Gegenstand seiner Theil-iiahme.

Was mochte es sein, was einen so gleichmüthigen Geist,einen so gesetzten Mnth so auffallend nieterdrückle und quälte,wäbrend die furchtsamste ihres Geschlechts unter dem Schutzder Schwerter der tapfersten Männer vielleicht, die man inEuropa finden konnte und an einem befestigten Orte Ver-trauen gefaßt hätte? Gewiß konnte ein etwaiger Angriff aufsie und der Lärm eines Kampfes unter solche» Umständenkaum furchtbarer sein, als das Getöse der Wasserfälle, die sieArthur mit Gleichgültigkeit hatte betrachte» sehen. Zuletztdachte er, sie mochte darüber in Sorge» sein, daß Einer dawäre, den Freundschaft und Dankbarkeit verpflichten, sie biszum Tode zu vertkeidigen. Wollte der Himmel, fuhr er inderselben Träumerei fort, es wäre möglich, ihr ohne Zeichenoder Laut die Versicherung zu geben, daß ich unabänderlichentschlossen bin, sie in der größten Gefahr zu schützen!Während solche Gedanken ihm durch die Seele zogen, erhobAnna in einem der Anfälle tiefer GesühlSerregung, die sie zuüberwältigen schienen, die Auge»; und wie sie dieselben furcht-sam durch die Halle schweifen ließ, als ob sie unter ihrenwvblbekannten Reisegefährten eine ungewöhnliche und unwill-kommene Erscheinung zu sehen erwartete, begegnete sie demstarren und ängstlichen Blick des jungen Philipson. Augen-blicklich wandte sie dieselben dem Boden zu und eine tiefeRothe bewies, wie sehr sie sich bewußt war, ihr vorausgegan-genes Benehmen habe seine Aufmerksamkeit erregen müssen-

Arthur seinerseits erröthete in demselben Bewußtsein so