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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
144
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seine Nickte litt; da er dies aber bloß den bereits erwähntenUrsachen zuschrieb, »nd meinte, diese würden noch durchKrämpfe vermehrt, wie sie oft Lurch Anstrengungen hervor-gerusen werden, so machte er ihr sanfte Borwürfe darüber,daß sie schon kein Schweizer Mädchen mehr sei, während siesich doch noch innerhalb des Bereichs der Schweizer Luftbefinde.

Du mußt die Frauenzimmer in Deutschland oder Flan-dern nicht auf den Gedanken bringe», daß unsere Töchter ausder Art geschlagen seien; sonst müssen wir die Schlachten vonSempach und Laupen noch einmal schlagen, wenn wir denKaiser und diesen hochmüthigen Herzog von Burgund über-zeugen wollen, daß unsere Männer noch dasselbe Feuer be-sitzen wie ihre Vorväter. Was unsere Trennung betrifft, sofürckte ich dieselbe nickt. Mein Bruder ist zwar ein Reichs-graf und muß sich also »othwendig die Genugthuung ver-schaffen, daß Alles, worauf er einen Anspruch zu machen hat,zu seine» Diensten stehe; er schickt daher nach dir, um zubeweisen, daß er ei» Recht hat dies zu thun. Aber ich kenneihn wohl; kaum wird er sich überzeugt haben, daß er dirnach Belieben befehlen darf, vor ihm zu erscheinen, so wirder sich auch nicht mehr um dich bekümmern. Du? Ach, duarmes Ding, mit was könntest du seine Umtriebe am Hofund seine ehrgeizigen Pläne unterstützen? Nein, nein, dutaugst nicht für die Absichten des edel» Grafen und mußtdich begnügen, nach Geierstein zurückzukehren, die Milchereizu verwalten und der Liebling deines dauerhaften Oheimszu sein"

Wollte Gott, wir wären eben jetzt dort!" sagte dasMädchen in einem kläglichen Tone, den sie umsonst zu ver-bergen oder zu unterdrücken strebte.