zu gehen und sie im't gewaffneter Hand zu zwingen, uns einObdach zu geben."
Ein beifälliges Gemurmel erhob sich rings unter denJünglingen, erweckte aber das Miß allen Arnold Biedermanns.
„Habe ich die Summe eines meiner Sohne gehört oderwar es die eines groben Lanzknechts, der nur an Schlachtenund Gewallthaten Freude findet? Wo ist die Bescheidenheitder Schweizer Jugend, die gewohnt war, das Zeichen zumTreffen zu erwarten, bis es den Aeltesten des Kantons gefiel,es zu geben; die so sanft war als Mädchen, bis die Stimmeihrer Patriarchen sie aufforderte, kühn zu sein wie Löwen?"
„Ich meinte es nicht böse, Vater," sagte Ernst, beschämtüber den Verweis, „und dachte noch weniger an eine Gering-schätzung gegen Euch; aber ich muß sagen" — —
„Sag kein Wort, mein Sohn," versetzte Arnold, „sondernverlaß unser Lager morgen bei Tagesanbruch, und wenn dunach Geierstein zurückkehrst, wohin ich dir unverzüglich zu ge-hen befehle, so erinnere dich, daß der keineswegs zu Besuchenin fremden Ländern geeignet ist, der seine Zunge nicht vorseinen Landsleuten und vor seinem eigenen Vater bemeisternkann."
Oer Bannerherr von Bern, der Solothurner Bürger undselbst der lanqbärtige Abgeordnete von Schwyz suchten sichfür den Schuldigen zu verwenden und die Erlassung seinerVerweisung zu erlangen, aber umsonst.
„Nein, meine guten Freunde und Brüder, nein!" erwie-derte Arnold. „Diese jungen Leute brauchen ein Beispiel,und wenn es mir einerseits leid ist, daß das Aergerniß inmeiner Familie vorgekommen, so freut es mich in anderemBetracht, daß das Vergehen von einem begangen worden ist,über den ich meine volle Gewalt ohne den Verdacht der Par-