England als eine Herabwürdigung der Nation empfundenwerde und daß nicht bloß der Adel, der natürlich seine gro-ßen Lehe» in der Normandie, der Gaecogne, in Maine undAnjou verloren, sondern auch der kriegerische Mittelstand, dergewohnt war, auf Kosten Frankreichs Ruhm und Reichthümerzu erwerben und die feurigen Kriegsleute, deren Bogen somanche Schlacht entschiede» halten, eben so eifrig die Erneue-rung des Streits wünschten, als ibre Vorfahren bei Cressy,Poitiers und Agincourt ihrem Fürsten auf die Siegesf.ldergefolgt waren, auf welche ihre Thaten unsterblichen Ruhmgehäuft hatten.
Die letzte und bewährteste Nachricht besagte, daß derKönig von England auf dem Punkt stehe, in Person nachFrankreich zu gehen Dieser Einfall wurde dadurch erleichtert,daß er Calais inne hatte; es hieß, er würde dies an der Spitzeeiner Armee thun, die an Zahl und Krigskenntniß jeder über-legen sei, mit der je zuvor ein englischer Monarch dieses Kö-nigreich betreten; alle Anstalten dazu seien beendigt und mandürfe der Ankunft Eduards ohne Verzug entgegensetzen. Da-neben bedrohte die mächtige Mitwirkung deS Herzogs vonBurgund und der Beistand vieler mißvergnügten französischenEdelleute in den Provinzen, die so lange unter englischerHerrschaft gestanden, Ludwig XI. mit einem verderblichen Aus-gang des Kriegs, so scharfsichtig und klug und mächtig auchdieser Fürst unstreitig war.
Es wäre für Karl von Burgund zweifelsohne das Klügstegewesen, wenn er ein Bündniß gegen seinen furchtbarstenNachbar, gegen seinen erblichen sowohl, als persönlichen Feindeingegangen und Alles vermieden hätte, was der helvetischenEidgenossenschaft Ursache zum Kriege geben konnte. Es wardas ein armes aber sehr kriegerisches Volk, und es hatte be-