108
mir dei» Schwert, mir, dem Besitzer dieses Grundes undBodens, dem Herrn dieser Familie und dem Beamten desKantons."
„Und was noch mehr ist," antwortete Rudolph demüthig,„Euch, Arnold Biedermann, auf dessen Besebl jeder Einge-borene in diesen Bergen sein Schwert zieht oder einsteckt."
Er reichte sein zweihändig Schwert dem Landammann.
„Nun, bei'meinem Ehrenwort, es ist dasselbe," sagteBiedermann, „mit welchem dein Vater Stephan so ruhmvollbei Sempach focht, neben dem berühmten Winkelried! Es isteine Schande, daß es gegen einen hülflosen Fremden gezogenwerden soll. — Und Ihr, junger Herr," fuhr der Schweizergegen Arthur gewendet fort, wäbrend sein Vater zu gleicherZeit sagte: „Junger Mann, gebt Euer Schwert dem Land-ammann !"
„Das wird's nicht brauchen, Herr," versetzte der jungeEngländer, „denn ich meines Tbeils halte unfern Streit fürbeendigt. Dieser tapfere Edelmann berief mich hieher, um,wie ich denke, eine Probe meines Muthes zu sehen: ich kannseiner Tapferkeit und Waffenkunde mein unmaßgebliches Zeug-niß nicht versagen und da ich glaube, er werde nichts anmeiner Herzhaftigkeit auszusetzen haben, so denke ich, hat un-er Streit für unfern Zweck lang genug gedauert."
,,Zn lange für mich," sagte Rudolph offen, „der grüneAermel an meinem Wamms, mit dessen Farbe ich meine Liebezu den Waldkantonen andeuten will, hat sich jetzt so hocbrothgefärbt, als ihn ein Färber von Dper» oder Gent hätte ma-chen können. Aber ich vergebe von Herzen dem wackernFremdling, der mein Wamms verdorben und seinem Meistereine Lektion gegeben hat, die er nicht so bald vergessen wird.Wären alle Engländer gewesen, wie unser Gast, würdiger