das lange Zeit für unansfülirl'ar gehaltene Unternehmen mitdem Bogen vollbracht, mit welchem die Volkssage eine eitleProphezeihung verknüpft. Er versteht Verse zu machen undweiß sich ohne Zweifel noch durch andere Talente zu empfeh-len, welche junge Leute an einander knüpfen; wenn dieseTalente auch von Männern nicht hoch angeschlagen werden,deren Barte mit Grau gemischt sind, wie der Eure, FreundKaufmann, und mein eigener. Nun müßt Ihr wissen, daßmein Bruder, da er mit mir gebrochen hat, bloß weil ich dieFreiheit eines Schweizerbürgers der mit Flitter» geputztenKnechtschaft eines deutschen Höflings vorziehe, daß mein Bru-der es keineswegs beifällig aufnehmen würde, wenn Einer dieBlicke auf seine Tochter wirft, der nicht den Vorzug einesedle» Blutes besitzt, oder der sich, wie er es heißen würde,durch den Handel, durch die Bebauung des Landes, miteinem Worte, durch irgend ein nützliches Geschäft entehrt hat.Aus einer Liebe zu Anna von Geierstein würden für Euer»Sohn nur Gefahren und Zurückweisungen erwachsen — Jetztwißt Ihr Alles, — und ich frage Euch, reisen wir zusammenoder einzeln?"
„Wie Ihr wollt, mein wcrther Wirth," sagte Philipsonin gleichgültigem Tone. „Ich kann Euch bloß sagen, daß eineNeigung, wie die, von welcher Ihr sprecht, meinen Wün-schen eben so zuwider wäre, als denen, die Euer Bruderoder die Ihr selbst hegen »löget. Arthur Pvilipson hat Pflich-ten zu erfüllen, die völlig unvereinbar damit sind, daß ergegen irgend ein Mädchen in der Schweiz oder in Deutsch-land den Zärtlichen spielt, wäre sie nnn von hohem oder nie-drigem Stande. Cr ist überdies ein gehorsamer Sohn, hateinem ernstlichen Befehl von mir immer gehorcht und ichwerde ein Auge auf seine Schritte haben."