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18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
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welchem Du geboren bist unb Dein Nest auf einen Bodengemacht hast, wo der Sturm darüber hin geht- Ich ver-bleibe Dein Bruder

Geicrstein."

Das Schreiben ist an den Grafen Arnold von Geier-stein, genannt Arnold Biedermann, überfchrieben, und eineNachfcbrift fordert Euch auf, das Mädchen an den Hof desHerzogs von Burgund zu schicke», Das scheint mir, guterHerr, die Sprache eines hochmüthigen Mannes zu sein, derzwischen der Erinnerung an alte Beleidigung und neue Ver-pflichtungen gelheilt ist. Sein Bote sprach wie ein Lehns-mann, der seinem eignen Groll unter dem Vorwand Luftmacht, er richte einen Auftrag seines Herrn aus."

So nehme ich auch beite," erwiederle Arnold Bieder-mann.

Und habt Ihr," fuhr der Kaufmann fort,im Sinn,das schöne und reizende Geschöpf der Leitung ihres eigensin-nigen Vaters zu übergeben, ohne daß Ihr wißt, in welchenUmständen er sich befindet und ob cS ihm möglich ist, sie zubeschützen?"

Der Landammann gab hastig zur Antwort:Das Band,welches den Vater mit seinem Kinde vereinigt, ist das frühesteund heiligste, welches das menschliche Geschlecht verknüpft.Die Schwierigkeit, eine sichere Reiscgclegenhcit zu finden, hatbisher alle Versuche verhindert, meuies Bruders Anweisungenin Vollzug zu bringen. Aber da ich jetzt im Begriff bin,selbst an den Hof Karls zu gehen, so habe ich mich ent-schlossen, Anna mitzunehmen, und da ich dann selbst mitmeinem Bruder reden kann, den ich in vielen Jahren nichtgesehen, so werde ich auch erfahren, was er für Absichten mit