Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

91

fen von Geierstein die Worte seines Herrn vernehmen nndzeigt ihm, daß sie befolgt werde»/' sagte der unverschämteMensch.Zieh deine Mütze ab und horch! Denn obgleichdie Stimme die meinige ist, so rede ich doch Worte des edlenGrafen."Gott und Welt weiß, erwiederte ich, ob ichmeinem Bruder Achtung und Ehrerbietung schuldig bin; esist viel, wenn ich es aus Rücksicht ans ihn verschiebe, seinemBoten den Lohn zu geben, Len ich ihm so reichlich schulde.Mach' weiter in deinem Vortrag und befreie mich von deinerverhaßten Gegenwart!"Albert, Graf von Geiersrein, deinund mein Herr," fuhr Schreckenwald fort,übergibt, da ereben Fehden nnd andere wichtige Geschäfte auf dem Halsehat, seine Tochter, die Gräfin Anna, deiner Sorge, und thutdir so viel Ehre an, dir ihre Obhut und Erziehung anzuver-trauen, bis es seinen Absichten gemäß ist, sie zurückzufvrdern-Er wünscht, daß du zu ihrem Unterhalt die Einkünfte derGüter verwendest, deren du dich mit Gewalt bemächtigt."Eitel Schreckenwald, erwiederte ich, ich will mich nicht beider Frage aufhalten, ob diese Art mich anzureden den Vor-schriften meines Bruders oder deinem eigenen, unverschämtenGutdünken gemäß ist. Wenn, wie du sagst, die Umständemeine Nick'te ihres natürlichen Beschützers beraubt haben, sowill ich ihr Vater sein und sie soll an nichts Mangel leiden,was ich ihr geben kann. Die Güter von Geierstein sind demStaat verfallen, das Schloß liegt in Trümmern, wie du siehst,und meines Vaters Haus ist hauptsächlich um deiner Ver-brechen willen verödet. Aber wo ich wohne, soll Anna vonGeierstein wohnen, sie soll leben wie meine eigenen Kinder,und von mir wie eine Tochter gehalten werden. Und nunhast du deine Botschaft. Geh von dannen, wenn dir deinLeben lieb ist. Denn es ist gefährlich für dich, mit dem Ba-