Knabe, gib den Feinde» deines Vaterlandes einen Vorwand,sich in seine Angelegenheiten zu mischen, lege von dem Gut-dünken deines Vak rS Berufung ein an den Willen einesfremden Fürsten Geh, aber komm mir nie wieder vor's Ge-sicht und fürchte meinen ewigen Fluch!" Albert wollte ebeneine heftige Antwort geben, als ich ihn bat zu schweigen undmich anzuhvren. „Ich habe," sagte ich, „mein Leben langdie Berge mehr gel ebt als die Ebenen, und mehr Gefallenam Gehen als am Reiten gefunden. Ich war stolzer darauf,mit Schäfern bei ihren Spielen, als mit Edeln in den Schran-ken zn kämpfen i ich war glücklicher bei den ländlichen TänzenalS bei den Festen des deutschen Adels. Laßt mich daher,"sprach ich, „ein Bürger von Unterwalden fein, Ihr befreitmich dadurch von lausend Sorgen, laßt meinen Bruder Al-bert die Grafenkrone tragen und die mit Geierstein verbun-denen Würden in Besitz nehmen. Nach einigen weiteren Aus-einandersetzungen gab sich mein Vater zuletzt mit meinemVorschlag zufrieden, um den Zweck zu erreichen, der ihm sosehr am Herzen lag. Albert wurde zum Erben deS Schlossesund Ranges eingesetzt und trug den Titel eines Grafen Al-bert von Gcierstein; ich aber trat in den Besitz dieser Felderund fruchtbaren Wiesen, in deren Milte mein Haus liegt,und meine Nackbarn nannten mich Arnold Biedermann."
„Und wenn Biedermann," sagte der Kaufmann, „so wieick daS Wort verstehe, einen Mann von Verdienst, Recht-schaffenheit und Edelmuth bedeutet, so wüßte ich Niemand,auf welchen die Bezeichnung mit so viel Reckt angewendetwerden könnte. Gestattet mir aber die Bemerkung, daß ichzwar Eurem Betragen meinen Beifall gebe, Laß ich michaver zn einem solchen in Cnern Verhältnissen nicht bequemthaben würde. Ich bitte Euch, fahret fort in der Geschichte