Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
84
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ner Herrschaft Geierstein Nachfolge, nnd der andere, den we-niger prunkenden, aber nach meinen Ansichten nicht minderehrenhaften Stand eines freien Burgers von Unterwalden bei-behalten und im Besitz des Einflusses unter feinen Cantons-mitbürgern bleibe, den sich die Verdienste des Vaters undSohnes verschaffen wurden Als Albert zwölf Jahre alt war,»ahm uns unser Vater auf einer kurzen Fahrt nach Deutsch-land mit. Die Pracht und Herrlichkeit, die wir da erblickten,machie auf das Gemüth meines Bruders und mein eigeneseinen ganz verschiedenen Eindruck. Was Albert als die Voll-endung irdischen Glanzes erschien, dunkle mir eine lästigeSchaustellung von langweiligem und nutzlosem Gepränge.Unser Vater erklärte seine Absicht näher und bot mir, alsseinem ällesten Sohn, die großen zu Geierstei» gehörigenGüter. Meinem Bruder behielt er eiu Stück des fruchtbar-sten Bodens vor, bas diesen in einer Gegend, wo der Wohl-stand für Reichthum galt, zu einem der reichsten Bürger ge-macht haben würde. Thränen stürzten aus Alberts Augen.Soll mein Bruder," sagte er,ein edler Gras werden, ge-ehrt und begleitet von Vasallen und Dienern, und ich einbloßer Bauer unter den graubärtigen Hirten von Unterwal-den? Nein, Vater, ich achte Euer» Willen, aber meine eige-nen Rechte will ich nicht opfern. Geierstein ist ein Reicks-lehen, und die Gesetze berechtigen mich zu gleichen Ansprüchenauf die Hälfte der Güter Soll mein Bruder der Graf vonGeierstein werden, so bin ich eben so gut der Graf Albertvon Geierstein. Ich werde die Entscheidung des Kaisers an-rufen, ehe mir die Willkühr eines meiner Vorfahren, undwäre es mein eigener Vater, den Rang und die Neckte ver-nichten soll, die mir von hundert Ahnen zugefalle» sind."Mein Vater war sehr entrüstet.Geh," sagte er,stolzer