„So war'S," sagte der Schweizer, „man baute nur we-nig Wein im Lande und führte keinen von außen ein; dennNiemand besaß die Mittel, solchen oder sonst etwas zu kau-fen, was unsere Thäler nicht selbst Hervorbringen. Aber un-sere Kriege und Siege haben uns Rcichthum und Ruhm er-worben; und nach der Ansicht wenigstens eines Schweizersstände es ohne beide besser um »ns, wenn wir nicht bei der-selben Anstrengung auch Freiheit errungen hätten. Es istübrigens etwas werth, daß der Handel dann und wann inunsere abgelegenen Berge einen verständigen Mann, wie Ihr,würdiger Gast, hereinbringt, de» sein Gespräch als einenMann von Einsicht und Urtheilskraft ausweist. Denn ob ichgleich die wachsende Neigung zu Schmucksachen und Spiele-reien keineswegs theile, die Ihr Kaufleute einführt, so er,kenne ich doch an, daß ein einfaches Bergvolk durch Männer,wie Ihr, mehr von der Welt um uns her leinen, als wirdurch eigene Berührung uns aneignen könnten. Ihr Müßt,sagt Ihr, nach Basel und von da ins Lager des Herzogs vonBurgund?"
„So ist's, mein werther Gastfreund," saate der Kauf-mann, „vorausgesetzt, Laß ich meine Reise mit Sicherheitmachen kann."
„An Eurer Sicherheit, guter Freund, ist nickt zu zwei-feln, wenn Ihr Lust habt, zwei oder drei Tage zu warten;denn innerhalb dieser Zeit werde ick selbst die Reise machen,und zwar mit einem Geleite, das jede Gefahr verhindert.Jkr werdet in nur eine» zuverlässigen und redlichen Führerfinden und ich werde von Euch Vieles über andere Ländererfahren, worüber mir eine bessere Kennkniß nöthig ist. Solles gellen?"