Masse losgerissen worden war, den rauhen gellenden Ton einesder großen Horner, die man von dem Stier oder wildenSchweizerbullen gewinnt und welche in alten Zeiten nicht nurdie Schrecknisse eines Angriffs der Bergbewohner ankündigten,sonder» ihnen auch statt aller musikalischen Instrumentediente».
„Haltet, Herr, haltet!" schrie der Graubündtner, „das istein Zeichen von Gcierstein her. Es wird uns jetzt Jemandzu Hülfe kommen und uns einen sichern Weg zeigen, umEuer» Sohn zu suchen. — Und seht Ihr — bei jenem grü-ne» Busch, der durch den Nebel schimmert, — der heiligeAnlonius behüte mich, — seh' ich ein weißes Tuch flattern,gerade unter der Stelle, wo der FelS herabfiel."
Der Vater bemühte sich, seine Augen auf die Stelle zurichten, aber sie waren so voll Thränen, daß er den Gegen-stand nicht unterscheiden konnte, auf welchen der Führer hin-wies. — „Es ist Alles umsonst," sagte er und wischte sich dieThranen von den Augen. „Ich werde nichts mehr von ihmsehen, als die leblosen Ueberreste!"
„Jbr werdet, Ihr werdet ihn lebendig sehen," sagte derGraubündtner. „Der heilige Antonius will es so. — Seht,das weiße Tuch flattert schon wieder!"
„Ein paar Ueberbleibsel von seinem Anzug," sagte derVater in Verzweifelung, „irgend ein elendes Denkmal seinesTodes. — Nein, meine Augen sehen es nicht — ich habe mitihnen den Fall meines Hauses erblickt; ich wollte, die Geierdieser Felsen hatten sie mir früher auS den Höhlen gerissen!"
„So seht doch nur," sagte der Schweizer, „das Tuchhangt nickt schlaff an einem Baumast, — ich kann sehen, daßes am Ende eines Stocks in die Hohe gehalten und absicht-