Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
25
Einzelbild herunterladen
 

25

daß er, wenn eS ihm gelänge, um den Winkel herumzukom-men, Hoffnung haben dürfe, die Fortsetzung des Pfades zuerreichen, welcher durch eine Naturerschülterung so seltsamer-weise unterbrochen worden war. Aber der Fels sprang soweit vor, daß es nicht möglich war, unter ihm durchzukommenoder ihn zu umgehen; und da er sich mehrere Fuß über dieStelle erhob, auf welcher Arthur stand, so war es nicht leicht,ihn zu erklettern. Und doch wählte er Kies Letztere, als deneinzigen 'Ausweg, um das zu überwinden, was, wie er hoffte,das letzte Hinderniß auf seiner Entdeckungsreise sein würde.Ei» vorragender Baum machte es ihm möglich, hinaufzustei-gen und sich auf die Spitze des Felsen zu schwingen. Kaumhatte er sich aber aus denselbeu gestellt, kaum hatte er einenAugenblick Zeit gehabt, sich des Anblicks der finstern Ruinenvon Geierstein zu erfreuen, die mitten in dem wilden Ge-menge von Steinen und Holz sichtbar waren und in derenNähe aufsteigeuder Rauch etwas einer menschlichen WobnungAehnliches anzeigte, als er zu seinem größten Schrecken dengewaltigen Felsblvck, auf dem er stand, wanken, sich langsamvorwärts bewegen und allmählig aus seinem Lager weichenfühlte. Da er stark überhing und sei» Gleichgewicht durchdas neuerliche Erdbeben erschüttert worden war, so befand ersich jetzt in einer so unsicheren Lage, daß selbst das Gewichtdes jungen Mannes ihre weitere Haltbarkeit völlig zu nichtsmachte.

Aufgeschreckt durch die drohende Gefahr zog sich Arthurin einem instinktartigen Versuch der Selbsterhaltung vorsich-tig von dem fallenden Felsen auf den Baum zurück, an demer hinaufgestiegen war und wandte, wie von Zauber gebannt.Len Kopf weg, um den Sturz des verderbenschwangeren Fel-sen zu erwarten, den er so eben verlasse». Dieser wankte