größert. Er strebte mit männlichem Sinn, Alles um ihn her-auf das Maß des richtigen Verstandes, als auf die besteStütze wahren Muths, zurückznführen. „Diese Feisenleiste,"bewies er sicb selbst, „ist nur schmal, aber doch breit genug,um mich z» tragen; diese Felsspitzen und Spalten an dersel-ben sind klein und stehen weit ans einander, aber die einegewährt nieinen Füßen einen so sicheren Rnbepnnkt, die an-dere meinen Händen einen eben so guten Halt, als wenn ichauf einer Terrasse von der Breite einer Elle stände und meineArme auf ein Marmorgetänder stützte. Meine Sicherheithängt also blos von mir ab. Wenn ich mich mit Entschlossen-heit und festem Schritt bewege, und mim fest halte, was liegtdaran, wie nahe ich an der Oeffuung eines Abarunds siehe?"
Indem er so an seine Gefahr den Maßsiab des gesundenVerstandes und der Wirklichkeit legte uni durch einige Uebungin derartigen Bewegungen unterstützt wurde, setzte der wackereJüngling seinen furchtbaren Weg Schritt für Schritt fort.Er that dieß mit einer Vorsicht, einem Muti, und einer Gei-stesgegenwart, welche ihn allein vor augenblicklicher Vernich-tung retten konnte. Zuletzt erreichte er einen Punkt, wo einvorragender Fels eine Ecke an dem Abhang bildete, und die-sen Winkel hatte er schon von der Felsenterrasse aus sehenkönnen. Dies also war der entscheidende Punkt seines Un-ternehmens, aber auch der gefährlichste Punkt desselben. DerFels hing mehr als sechs Fuß über den Waldsirom hinausund diesen hörte er in einer Tiefe von hundert Klaftern ra-sen und ein Geräusch machen, wie unterirdischer Donner. Eruntersuchte die Stelle mit der größten Sorgfalt und wurdedurch das Vorhandensein von Stauden, GraS und sogar ver-krüppelten Bäumen auf die Vermuthung geführt, daß dieserFels das äußerste Ende des abgerukschten Felöpfades sei und