Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

Zhr darauf besteht, es ohne besseren Beistand, ats den wei-nigen, zu theileu. So oft ick einen neuen Schritt zu mackenversuchte, müßte ich immer zurücksehen, ob Ihr die Stelleerreichen würdet, die ick eben verlassen wollte. Und bedenkt,theuerster Vater, wenn ich falle, so fällt ein unbeachteter Ge-genstand, so ist das von so wenig Bedeutung, als der Steinoder Baum, der kopfüber vor mir da hinunter gestürzt ist.Aber Ihr, wenn Euer Fuß ausgleiten oder Eure Hand fehl-greifen würde, bedenkt, was und wie viel nothwendigerweisemit Euck unterache» müßte!"

Du hast Recht, Kind," sagte der Bater,ich habe nochetwas, was mich au's Leben bindet, selbst wenn ich mit dirAlles verlieren sollte, was mir theuer ist. Die heilige Jung-frau segne und behüte dich, mein Kind. Dein Fuß ist jung,deine Hand ist stark, du hast nicht umsonst den Plynlimmonerstiegen. Sei kühn, aber vorsichtig, erinnere dich an einenMann, welchen, wenn er dich verliert, nur noch eine Hand-lung der Pflicht an die Erde fesselt und der seinem Sohnbald folgen wird, wenn sie abgethan ist."

Der junge Mann rüstete sich nun zu seiner Wanderung;er zog den schweren Mantel aus und zeigte dadurch seinewohlgeformten Glieder in einem graue» Wamms, welchesihm fest auf dem Leibe saß. DeS Vaters Entschluß schwankte,als sich der Sohn zu ihm wandte, um Abschied zu nehmen.Er widerrief seine Erlaubniß und untersagte ihm in bestimm-tem Tone, sortzugehen. Aber Arthur hatte, ohne auf dasVerbot zu hören, sein gefährliches Abentheuer bereits begon-nen. Cr stieg von der Abplattung, auf welcher er stand, mit-telst der Aeste eines alten Eschenbaums herunter, der sichdurch eine Spalte im Felsen hervvrdräugte. Es gelang ihm,obgleich mit großer Gefahr, eine schmale Leiste, den äußersten