Druckschrift 
18 (1851) Anna von Geierstein
Entstehung
Seite
11
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spiel zu dieser finstern und bedrohlichen Scene erglänzte di«entferntere Bergreihe deS Rigi in aller Farbenpracht derherbstlichen Sonne.

" Wakrend die Reisenden diese» auffallenden und wechseln-den Gegensatz beobachteten, der einen herannahenden Kampfzwischen den Mächten des Lichts und der Finstcrniß zu ver-künden schien, ermahnte sie ihr Führer in seinem aus Italie-nisch und Deutsch gemischten Kauderwelsch zur Eile im Wei-terschreiten. Das Dorf, in welches er fie zu führen vvrhatte,war, wie er sagte, noch entfernt, der Weg schlecht und schwerzu finden, und wenn der Böse (hier blickte er auf den Pila-tus und bekreuzte sich) seine Finsterniß auf das Thal herab-senden würde, so müßte der Pfad unsicher und gefährlichwerden. Bei dieser Aufforderung zogen die Reisenden dieMäntel weiter herauf, drückte» die Mützen entschlossen in'sGesicht, festigten die Schnallen an den beiden Gürteln, dieibre Mäntel zusammenhielten, und setzten, jeder mit einemBergstock in der Hand, der mit einer Eisenspitze beschlagenwar, ihre Wanderung mit ungeschwächter Kraft und furcht-losem Gcmütbe fort.

Mit jedem Schritt schienen die Scene» um sie her zuwechseln. Jeder Berg veränderte sein Aussehen, als ob seinefeste und unwandelbare Gestalt beweglich und dem Wechselunterworfen wäre; jeder glich einer schattenhaften Erscheinung,wenn die Stellung der Fremden zu ihm mit ihrem Weiter-schreiten sich änderte und wenn der langsam, aber ohne Un-terbrechung herabfallende Nebel seinen Einfluß auf den rauhenAnblick der Thäler und Hohen äußerte, die er in seinen Dunst-mantel hüllte. Dadurch, daß sie nie gerade, sondern nur nachden Windungen eines schmalen Pfades längs der Krümmun-gen des Thals vorwärts gehen konnten und manchen Umweg