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auf demselben Baume, mit denselben individuellen Unterschei-dungen und denselben allgemeinen Ähnlichkeiten." —
Nach einer Pause von einigen Minuten ließ sich Morton,der durch Erfahrung wußte, wie man am zuverläßigsten Auf-merksamkeit errege, eine Pinte rothen Wein geben, und alsder lächelnde Wirth mit der zinnernen Kanne noch schäumendvom Zapfen erschien (denn es war damals nicht üblich, denWein auf Flaschen zu ziehen), bat er ihn, sich zu ihm zusetzen und mit ihm zu trinken.
Diese Einladung war Niel Blaue höchst angenehm, dersie zwar nicht von jedem Gaste, der keine bessere Gesellschafthatte, erwartete, sie aber doch von vielen erhielt und dadurchalso weder beschämt noch überrascht wurde. Er setzte sich mitseinem Gaste in einer entfernten Ecke am Kamine nieder, undwährend er den größten Theil des Getränkes auf Einladungdes Fremden zu sich nahm, ließ er sich des Weitern über Lan-desneuigkeiten ans, — über Gebnrts- und Sterbefälle, überHeirathen, Eigenthumsveränderungen, über das Zugrunde-gehen alter Familien und das Emporkommen von neuen. AberPolitik, die fruchtbarste Quelle der jetzigen Unterhaltung,mischte der Wirth nicht ein, und nur auf eine Frage Mortonswarf er oberflächlich hin: „Ja, wir haben immer noch Solda-ten hier, bald mehr, bald weniger. In Glasgow liegt auchetwas deutsche Reiterei; ihr Anführer heißt Wittybody, oderso was, und ist so ein alter griesgrämiger Holländer, wie ichnur je einen gesehen habe."
„Wittcnbold vielleicht?" fragte Morton; „ein alter Mannmit grauen Haaren, kurzem, schwarzem Backenbart — sprichtwenig?" —
„Und raucht immer," crwiederte Niel Blaue. „Ich sehe,Euer Edeln kennt den Mann. Für einen Soldaten und Hollän-