Druckschrift 
11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
Seite
117
Einzelbild herunterladen
 

117

Gegenwart, als sie dieselben plötzlich emporrichtcte. Sobaldihr wilder Schrei dies dem Gegenstände einer so beständigenund, wie es schien, nnglücksvollen Liebe kund that, eilte erfort, wie von Furien gepeitscht, an Halliday vorüber, ohneihn zn erkennen, oder auch nur zu bemerken, d. dieser ihngesehen, warf sich auf sein Pferd, und mehr ans Instinkt alsaus Ueberlegung schlug er lieber den ersten Nebenweg, alsdie Hauptstraße nach Hamilton ein.

Aller Wahrscheinlichkeit nach konnte deshalb Lord Evan-dale nicht erfahren, daß Morton wirklich noch lebe; denn dieNachricht, daß die Hochländer einen entscheidenden Sieg beiKilliekrankie erfochten, hatte veranlaßt alle Pässe zn bewachen,aus Furcht vor Unruhe unter den Jakobiten der Niederlande.Auch an der Bothwellbrücke standen Posten, und da diese kei-nen Reisenden in westlicher Richtung gesehen hatten und de-ren Kameraden im Dorfe Bvthwell behaupteten, es sei Keinerostwärts gegangen: so wurde jene Erscheinung für Lord Evan-dale immer unbegreiflicher, so daß er am Ende glaubte, dieaufgeregte Einbildungskraft Editha's habe das Phantom er-zeugt, das sie gesehen zu haben behauptete, und von diesemsei Halliday auf eine unerklärliche Weise angesteckt worden.

Indessen kam Morton auf dem Nebenwege in wenigenAugenblicken an den Clyde, und mit vieler Mühe und An-strengung erreichte er das jenseitige Ufer.

Aber wohin soll ich nun meinen Weg nehmen?" fragteMorton in der Bitterkeit seines Herzens.Wär' es nichtsündhaft, ich würde wünschen, daß dies dunkle Wasser michübersiuthet, und jede Erinnerung an das, was war und ist,hinweggcschwemmt hätte "

Kaum aber hatte er diese Aeußerungen ausgestoßen, als ersich auch ihrer schämte. Er erinnerte sich, wie sein Leben, das