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zu ihr an's Lager zu setzen. Sie faßte nun seine Hand, drücktesie trotz seines Widerstrekens au ihre Lippen, dann sank sievon ihrem Sessel und umfaßte seine Kniee.
„Vergebt, Mylord!" rief sie — „Vergebt! ich muß unrechtgegen Euch handeln und ein feierliches Wort brechen. Ihrbesitzt meine Freundschaft, meine Hochachtung, meine aufrichtigsteDankbarkeit, — noch mehr, Ihr besitzt mein Wort und meineTreue — aber vergebt mir, ach! es ist nicht meine Schuld —meine Liebe habt Ihr nicht, und ich kann Euch nicht heirathenohne Sünde."
„Ihr träumt, theuerstc Editha!" sagte Evandale bestürzt— „Eure Einbildung täuscht Euch. Der Mann, den Ihr mirvorgezogen, ist längst in einer bessern Welt, dahin Eure Sehn-sucht ihm nicht folgen kann, und könnte sie es auch, so würdesie seine Seligkeit nur vermindern."
„Ihr irrt, Lord Evandale," sagte Editha feierlich. „Ichbin nicht wahnsinnig, bin keine Nachtwandlerin. Nein, niehätt' ich einem Andern geglaubt, was ich gesehen habe." Abermeinen eigenen Augen muß ich glauben, da ich ihn gesehenhabe."
«Ihn gesehen? wen?" fragte Lord Evandale höchst be-stürzt.
„Heinrich Morton," erwiedcrte Editha, bei diesen Wortenfast wieder einer Ohnmacht nahe.
„Fräulein Bellenden," sagte Lord Evandale, „Ihr behan-delt mich wie einen Narren oder wie ein Kind, wenn IhrEuer Versprechen bereut. Ich bin nicht gesonnen, es gegenEure Neigung zu erzwingen; ich bin ein Mann, darum unter-laßt diese Scherze."
Zn seinem Unwillen war er schon im Begriff sich zu ent-fernen, als er an ihrem matten Auge, an ihrer bleichen Wange