für meines Bruders künftiges Glück, und ich muß sagen, daßer diese Aeußerungen des Mißvergnügens und Kummers durch-aus nicht verdient, und daß sie eine schlechte Belohnung cincrZu-ncigung scheinen, die er so lange und so oft an den Tag gelegt."
„Ihr habt recht, Lady Emilie," sagte Ediths, ihre Thränentrocknend und ihr gewöhnliches Benehmen zu gewinnen su-chend, obgleich ihr Aeußeres nur allzusehr den Zustand ihresaufgeregten Innern verricth. — „Ihr habt ganz recht, LordEvandale verdient eine solche Behandlung von Niemand, amwenigsten aber von der, die er mit seiner Achtung beehrt.Wenn ich nun aber für's letzte Mal meinem Gefühle allzu-sehr nachgab, so Hab' ich doch den Trost, daß Euer Bruder,Mylady, die Ursache kennt, daß ich ihm nichts verbarg, unddaß er wenigstens nicht fürchtet, in Editha Bellenden ein Weibzu finden, das seiner Zuneigung unwürdig ist. Aber dennochhabt Ihr recht, und ich verdiene Euren Tadel, einen Augen-blick fruchtlosen und peinlichen Rückerinnernngen nachgegcbenzu haben. Es soll nicht mehr geschehen. Mein Loos ist ge-worfen mit Lord Evandale, . und mit ihm will ich's tragen.Nichts soll in Zukunft seine Klagen oder den Unwillen seinerVerwandten erregen; keine Erinnerung an frühere Tage sollmich verhindern an der eifrigen, liebevollen Erfüllung meinerPflicht; keine Täuschung soll das Andenken-"
Bei diesen Worten erhob sie langsam ihre Augen, die siebisher mit der Hand bedeckt hatte, zu dem halbgeöffneten Git-terfenster des Gemachs, stieß einen furchtbaren Schrei aus undsank hin. Lady Emilie richtete ebenfalls ihre Augen dahin, sahaber nur den Schatten eines Mannes, der vom Fenster zuschwinden schien, und mehr durch Edithas Zustand als durch dieErscheinung erschreckt, schrie sie wiederholt um Hülfe. Evan-dale kam bald mit dem Kaplan und Jenny Dennison; allein