Druckschrift 
11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
Seite
104
Einzelbild herunterladen
 

104

Der tiefverlctztc Lord ging einige Male auf und ab, cheer auf diese Beschuldigung antwortete, endlich begann er:Ich wäre dieser schmcrzenvollen Anklage entgangen, hätteich sogleich dem Fräulein Bellenden die Hauptursache mitthei-len dürfen, die mich zu meiner dringenden Bitte bewog. EineUrsache, die sie, was ihre Person betrifft, verwerfen, aber umihrer Großmutter willen gewiß erwägen wird. Falle ich inder Schlacht, so kommen meine Güter an meine Lehenserben;werde ich von dem Usurpator geächtet, so fallen sie dem Prin-zen von Oranien oder einem andern holländischen Günstlingeanheim. In beiden Fällen bleibt also meine verehrte Freun-din und Braut arm und »»beschützt zurück; doch mit den Rech-ten und Einkünften einer Lady Evandale bekleidet, wird Edith«im Stande sein, ihre alte Verwandte zu unterstützen, undhierin einen Trost finden, daß sie sich herabgelassen, Rang undVermögen eines Mannes zu theilen, der durchaus nicht be-hauptet, ihrer würdig zu sein."

Editha verstummte vor dieser Rechtfertigung, die sie nichterwartet, und mußte anerkennen, daß Lord Evandale's Be-gehren eben so zart, als wohlüberlegt ausgesprochen ward.

Und doch," sagte sie,wendet sich mein Herz so seltsamfrüher» Zeiten zu, daß ich" hier brach sie in Thränen aus,daß ich ei» ahnungsvolles Widerstreben gegen die Er-füllung meines Versprechens nach so kurzer Aufforderung kaumunterdrücken kann."

Wir haben diesen schmerzlichen Umstand bereits reiflicherwogen," sagte Lord Evandale,und ich hoffe, theure Editha,unsere Nachforschungen haben Euch vollkommen überzeugt,daß Euer Schmerz fruchtlos ist."

Fruchtlos, ja!" sagte Editha mit einem tiefen Seufzer, derwie durch ein unerwartetes Echo aus dem Nebenzimmer wie-