„Wir brauchen nur den Hauptschlüssel," sagte FräuleinBellenden. „Gudyill soll die Fenster im kleinen Gesellschafts-zimmer öffnen."
„Das ist verschlossen und das Schloß schadhaft," crwiederteJenny, die sich sogleich der Verbindung erinnerte, welche die-ses Zimmer mit dem Schlafgemach ihres Gastes hatte.
„Nun denn im rothen Zimmer," sagte Fräulein Bellenden,und ritt nach der Vorderseite des Hauses, aber auf einemandern Wege, als Morton hingeführt worden war.
„Wenn ich ihn nicht hintenherum aus dem Hause schmug-geln kann, ist Alles aus," dachte Jenny, und eilte in großerVerwirrung dem Wege zu. „Hätte ich doch lieber gleich ge-sagt, es sei ein Fremder hier," war ihr nächster Gedanke.„Aber dann hatten sie ihn zum Frühstücke cingcladen. Dulieber Himmel, was ist nun zn thun? — Und da geht auchnoch der Gudyill im Garten, und so lange der nicht fort ist,darf ich mich nicht hineinwagen. Ach Gott, was wird ausuns werden?"
In dieser Verlegenheit näherte sie sich dem ci-clevsnt Kel-lermeister, in der Absicht, ihn aus dem Garten zu locken. AberJohn Gudyills Temperament hatte sich auch jetzt noch nichtverändert. Wie viele andere mürrische Leute hatte er eineganz genaue Vorstellung von dem, was die Leute quälen mußte,mit denen er umging, und jetzt dienten Jenny's Anstrengun-gen, ihn aus dem Garten zu bringen, nur dazu, ihn darinnoch fester Wurzel fassen zu lassen.
Zum Unglück war er während seines Aufenthalts zu Fairy-Knowe ein Blumist geworden; er überließ demnach alles An-dere Lady Emiliens Diener zur Besorgung, nnd widmete sichganz den Blumen, die er unter seinen besonder,, Schuh ge-nommen, und während er grub, stängelte und wässerte, sprachDie Schwärmer. III. 7