Regierung gehegten Grundsätze der Toleranz waren ein gro-ßes Aergerniß für die heftigere Partei, welche der Meinungwar, dieselben ständen mit der heiligen Schrift durchaus imWiderspruche. Sie citirten für ihre engherzige Lehre man-chen Bibeltcxt, der, wie leicht zu erachten, aus dem Zusammen-hänge gerissen, und worin den Inden im alten Testamente dieErlaubniß ertheilt ward, die Götzendiener aus dem gelobtenLande zu vertilgen. Sie mnrrten auch über den Einfluß, densich weltliche Personen durch das Pfarrverleihungsrecht an-maßten, welches sie eine Schändung der Kirchenkenschheit nann-ten. Viele Maßregeln, wodurch die Regierung nach der Re-volution eine Neigung zeigte, sich in das Kirchenregiment zumischen, wurden von ihnen als erastinianisch verdammt, undsie wollten durchaus nicht dem Könige Wilhelm und der Köni-gin Maria den Eid der Treue leiste», bis diese ihrerseits denCovenant, älugna Ulmrta der presbyterianischen Kirche, wiesie ihn nannten, beschworen hätten-
So grollend und unzufrieden, erließ diese Partei wieder-holt Erklärungen gegen Abfall und Ursachen des Zorns, welcheebenfalls zu offener Empörung geführt hätten, wären sie,wie von den beiden früher» Negierungen, verfolgt worden.Da man aber die Murrenden in ihren Zusammenkünften nichtstörte, und sie nach Belieben Zeugniß ablegen ließ gegen Soci-nianismus, Erastinianismus und jede sträfliche Nachsicht undgegen die Abfälle der Zeit, so erstarb allmälig ihr Eifer, derdurch keine Verfolgung angefacht wurde; so verminderte sichihre Anzahl und so schwanden sie bis auf einen kleinen, zer-streuten Rest düsterer, grübelnder, jedoch harmloser Schwärmer.
Aber in den Jahren, welche unmittelbar auf die Revolu-tion folgten, waren die Cameronianer eine starke Sekte vonheftigen politischen Ansichten, welche die Regierung zu entmuthi-