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Mortons Ideen zu verwirren, wenn dieser es versnchte, denCharakter des Andern richtig zu beurthcilen. Die feinen Sit-ten und das gewandte Benehmen des Generals, seine ritter-lichen Ansichten von militärischer Hingebung, seine tiefe, gründ-liche Menschenkenntniß erregten die Bewunderung und denBeifall Aller, welche mit ihm verkehrten, während seine kalteGleichgültigkeit gegen militärische Gewaltthat und Grausam-keit doch ganz unvereinbar schien mit seinen geselligen undselbst bewunderungswürdigen Eigenschaften. Morton konntenicht umhin, ihn im Stillen mit Balfour von Burley zu ver-gleichen, und dieser Vergleich drang sich ihm so sehr auf, daßer ein paar Worte darüber fallen ließ, als sie in einiger Ent-fernung von den Soldaten nebeneinander ritten.
„Ihr habt Recht," sagte Claverhouse lächelnd; „Ihr habtwirklich Recht — wir sind Beide Fanatiker. Aber man mußdoch den Fanatismus der Ehre und den eines finstern, alber-nen Aberglaubens genau unterscheiden."
„Aber Ihr Beide vergießt Blut ohne Schonung und Ge-wissensbisse," sagte Morton, der seine Gefühle nicht unter-drücken konnte.
„Allerdings," sagte Claverhouse mit derselben Fassung;„aber von welcher Art? Es ist doch wohl ein Unterschied zwi-schen dem Blute gelehrter, ehrwürdiger Priester, tapferer Sol-daten und Edelleute, und dem rothen Safte in den Adernpsalmsingender Handwerker, hirnverbrannter Demagogen undeinfältiger Bauern — kurz, ein Unterschied zwischen Dem,der eine Flasche edeln Weines, und Dem, der einen Krugschwerfälligen Bieres leert?"
„Diese Unterscheidung ist mir zu fein," erwiederte Morton.„Gott weckt jeden Lebensfunken, — den des Bauers sowohl,wie den des Fürsten, und wer das Werk des Schöpfers ohne