den vielleicht die Eifersucht noch einigermaßen schärfte. Sievertheidigte Lord Evandale mit einem Feuer, das Morton bisin die innerste Seele verwundete, was Jenny Dennison, diegewöhnliche Begleiterin auf ihren Spaziergängen, nicht wenigergötzte. Editha bemerkte ihren Jrrthum, und wollte ihn ver-bessern ; aber der Eindruck war nicht so leicht verwischt, undtrug nicht wenig dazu bei, in ihrem Freunde den Entschluß,die Heimath zu verlassen, zur Reife zu bringen. Der Besuch,welchen er von Editha im Gefängniß empfing, die tiefe undinnige Theilnahme, welche sie für sein Schicksal an den Taglegte, hätten freilich seinen Argwohn zerstreuen sollen; abererfinderisch im Selbstquälen, redete er sich ein, auch dies könneja wohl auf Rechnung ihrer alten Freundschaft oder höchstenseiner fluchtigen Neigung geschrieben werden, welche bald denUmständen, den Bitten ihrer Freunde, dem Ansehen der LadyMargaretha, und endlich den Bewerbungen Lord Evandale'Sweichen würde-
„Und was ist Schuld," sagte er, „daß ich nicht aufstehenkann, wie ein Mann, um meine Ansprüche auf sie geltend zumachen, ehe ich darum betrogen werde? — Was anders, alsdiese fluchwürdige Tyrannei, welche zu gleicher Zeit Leib undSeele, Gut und Wille zerstört? Und einem dieser besoldetenGurgelabschneider der drückenden Zwingherrschaft soll ich meineAnsprüche auf Editha Bellenden abtreten? — Beim Himmel,nein! — Eine gerechte Strafe ist es für mich, der ich taubwar gegen das allgemeine Elend, daß ich nun mit solchenBeleidigungen heimgcsucht werde, die ich am wenigsten dul-den und ertragen kann."
Als diese heftigen Empfindungen in seinem Busen braus-ten, und er die manchfachcn Beleidigungen und Kränkungenerwog, welche er in seiner eigenen Sache und in der seines