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eine Freifrau, und was noch mehr war, die kleine JennyDennison, welche von der furchtbaren Haushälterin zu Tillie-tudlem nach Belieben auSgezankt ward, wurde dann der LadyEvandale Kammerfrau oder gar Ehrenfräulein der gnädigenFrau. Jenny Dcnnisons Unparteilichkeit ging nicht so weit,daß sie wie Frau Hurtig in den lustigen Weibern von Wind-sor hätte wünschen sollen, daß beide Bewerber ihre junge Ladyheirathen könnten; denn man muß gestehen, daß die Wag-schale ihrer Achtung zu Gunsten Lord Evandale's sank, undihre Wünsche für ihn äußerten sich oft auf eine für Mortonhöchst qualvolle Weise. Bald warnte sie ihn freundschaftlich,bald scherzte sie muthwillig darüber; immer aber hatte siedie Absicht, den Gedanken zu bestätigen, daß sein romanti-sches Verhältnis« mit ihrer jungen Gebieterin über kurz oderlang ein Ende nehmen müsse, und daß Editha Bellenden trotzaller Spaziergänge, trotz des Austausches von Versen, Zeich-nungen und Büchern, am Ende doch noch Lady Evandalewerden müsse.
Diese Winke trafen so genau mit seinem Argwohn undseinen Befürchtungen zusammen, daß Morton sehr bald jeneEifersucht empfand, welche jeder wahrhaft Liebende empfindet,der aber diejenigen am meisten ausgesetzt sind, deren Liebe dieBilligung der Freunde fehlt, oder denen sich sonst ein mißgünstigesGeschick entgegenstcllt. Editha selbst trug unwillkürlich in ihreredelmüthigen Offenherzigkeit zu dem Jrrthum bei, in den ihrGeliebter zu fallen im Begriffe stand. Ihre Unterhaltung lenktesich einst auf die Ausschweifungen, welche die Soldaten kürzlichbegangen hatten, deren Anführer, wie man mit Unrecht behaup-tet, Lord Evandale gewesen sein sollte. Editha, so treu in derLiebe wie in der Freundschaft, fühlte sich über de» strengenTadel verletzt, den Morton bei dieser Gelegenheit äußerte, und