ein schönes Mädchen einem Manne einräumt, wenn sie ihmVerbindlichkeiten schuldig wird. Ja, sie würde noch abgeneigtergewesen sein, den Lord Evandale um eine Gefälligkeit zu er-suchen, da die Klatschschwestern aus Clydesdale, aus später zuerwähnenden Gründen, ihn zu ihrem Anbeter machten, undweil sie es sich nicht verhehlen konnte, daß auch nur die kleinsteAufmunterung jenen Vermuthungen einen Grund geben könne,dessen dieselben bisher ermangelten- Dies mußte sie um somehr befürchten, da im Falle einer förmlichen Erklärung LordEvandale hoffen durfte, durch den Einfluß der alten Lady undihrer übrigen Freunde unterstützt zu werden, und daß sie ihrenBitten und Befehlen nichts würde entgegen setzen können, alseine Neigung, welche zu gestehen, wie sie wußte, eben so ge-fährlich als unnütz sein würde- Sie beschloß demnach den Aus-gang von ihres Oheims Verwendung abzuwarten, und schlugdiese fehl, was sie bald aus den Blicken und Worten desoffenherzigen Veteranen entnehmen konnte, als das letzte Mit-tel ihren Einfluß auf den Lord Evandale zu Gunsten Mortonsgeltend zu machen. Ueber die Verwendung ihres Oheims bliebsie nicht lange in Ungewißheit.
Major Bellenden, welcher an der Tafel die Honneurs ge-macht, und mit den militärischen Gästen am Ende des Tischesgelacht und geschwatzt hatte, war jetzt, nachdem das Mahl be-endigt, im Stande seinen Posten zu verlassen, und benutztefolglich die Gelegenheit, sich dem Qbristen Claverhouse zunähern, und seine Nichte zu ersuchen, ihn demselben vorzu-stellen. Da sein Name und Stand wohlbekannt waren, begeg-neten sich die beiden Krieger mit gegenseitiger Hochachtung,und Ediths sah klopfenden Herzens ihren alten Oheim mitseinem neuen Bekannten sich an eine Fensterbrüstung zurück-ziehen. Sie überwachte die Unterhaltung mit stets gespannten