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Sie stockte unvermögend, das Wort auszusprechen, daszunächst folgen sollte.
„Nichts Geringeres, als mein Leben, wollt Ihr sagen?"entgegnete Morton mit gefaßtem, aber melancholischem Tone;„ich glaube, das hängt ganz von meinen Richtern ab. MeineWachen sprachen von der Möglichkeit, durch Eintritt in fremdeDienste der Strafe zu entgehen. Früher glaubt' ich, mir könnedie Wahl nicht schwer fallen; doch Fräulein Bellenden, seitich Euch wieder gesehen, fühle ich, daß eine solche Verban-nung für mich viel bitterer sein würde, als der Tod."
„Und ist es denn wahr," fragte Editha, „daß Ihr so ent-setzlich unbesonnen gewesen seid, um mit jenen grausamenFrevlern, die den Primaten ermordet, Umgang zu pflegen?"
„Ich wußte nicht einmal, daß ein solches Verbrechen be-gangen worden," crwiederte Morton, „als ich unglücklicherWeise einem dieser unsinnigen und grausamen Männer, demalten Freunde und Kriegsgefährten meines Vaters, ein nächt-liches Unterkommen bewilligte. Doch meine Urkunde wird mirwenig helfen; denn wer außer Euch, Miß Bellenden, wirdmir's glauben? Und was noch schlimmer ist, ich kann nichtmit Gewißheit behaupten, daß ich es über mein Herz hättebringen können, dem Flüchtigen eine Zufluchtsstätte zu verwei-gern, sogar wenn mir das Verbrechen bekannt gewesen wäre."
„Und durch wen, und unter wessen Einfluß wird die Un-tersuchung über das, was Ihr gethan, stattfinden?" fragteEditha ängstlich.
„Unter dem Einflüsse des Obersten Grahame von Claver-house, wie ich gehört," sagte Morton, „eines Mitglieds derMilitaircommisfion, welcher der König, der Staatsrath undunser Parlament, das sonst besser unsere Freiheiten schützte,die Entscheidung über Gut und Leben anvertraut haben."