„Wagt er es zu leugnen?" sagte Bothwell.
„Da Ihr mir's als ein Verbrechen auslcgt," sagte Hein-rich, „würdet Ihr mir's verdenken, wenn ich Etwas sagte,das mich anklagen könnte."
„O die Güter von Milnwood! — Die schönen Güter vonMilnwood! Zweihundert Jahre haben sie den Mortons ange-hört," rief der Oheim; „das soll nun Alles fort, Felder, Wie-sen, Holzung, Alles, Alles!"
„Nein, Oheim," sagte Heinrich; „Ihr sollt meinetwillennicht leiden. — Ich gestehe," fuhr er gegen Bothwell gewen-det fort, „ich habe diesem Manne, dem alten Kriegsgcfährtenmeines Vaters, eine Nachtherbcrge gegeben. Aber dies ge-schah ohne meines Oheims Wissen, ja, sogar gegen seinen aus-drücklichen Befehl- Wenn mein Zcugniß gegen mich gültigist, wird es doch hoffentlich einiges Gewicht haben, meinesOheims Unschuld zu beweisen."
„Hört, junger Mann," sagte der Soldat in etwas milde-rem Tone, „Ihr seid ein trefflicher Bursche, und es thut mirleid um Euch, und Euer Oheim da ist ein guter Herr, freund-licher gegen seine Gäste, als gegen sich selbst; denn uns gibter Wein, und er trinkt sein eigenes, dünnes Bier, — sagtmir Alles, was Ihr von diesem Burley wißt, was er sagte,als er sich von Euch trennte, wohin er ging, und wo er jetztwohl zu finden ist — ich will dann ein Auge zudrückeu, so-weit es meine Pflicht erlaubt. Es sind tausend Mark aufdes Mörders Kops gesetzt — und man könnte leicht — nun,heraus damit — wo habt Ihr ihn verlassen?"
„Ihr werdet mich entschuldigen, wenn ich diese Frage nichtbeantworte, Sir," sagte Morton. „Dieselben dringendenGründe, die mich veranlaßten, ihm mit großer Gefahr fürmich und meine Freunde Obdach zu gewähren, würden mir