Druckschrift 
11 (1851) Die Schwärmer
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

17

besiegt worden zu sein, dem armen Thiere aufzubürden; wäh-rend doch jetzt Jeder, so gut wie er selbst, begreife, daß dieSchuld lediglich am Reiter liege. Dieses sprach er in einemTone, bei welchem er den Aerger unter der Gleichgültigkeitzu verdecken suchte, bestieg dann sein Pferd und ritt fort.

Dem Gange menschlicher Dinge gemäß wurde nun selbstvon Seiten Derer, welche bisher dem Lord Evandale dasBeste gewünscht hatten, Beifall und Aufmerksamkeit aus dessentriumphirenden Nebenbuhler übertragen.

Wer ist er denn? wie mag er wohl heißen?" lief es vonMund zu Mund unter dem anwesenden Adel, denn er warnur Wenigen bekannt. Bald verlautete jedoch sein Rang undStand, und da er zu jener Klasse gehörte, mit der sich einvornehmer Mann, ohne sich Etwas zu vergeben, einlaffen kann,so führten vier von des Herzogs Freunden den Sieger vorden Lordstatthalter. Als sie ihn im Triumphe durch die Mengegeleiteten und zugleich mit Lobeserhebungen über das errun-gene Glück überschütteten, kam er dicht vor Ladp Margaretheund ihrer Enkelin vorüber. Des Papageienhauptmanns, wiedes Fräuleins Bellenden Antlitz überzog tiefe Rothe, als dieLetztere mit verlegener Höflichkeit die tiefe Verbeugung erwi-derte, bei welcher das Haupt des Siegers beinahe den Sattel-bogen berührte.

»Ist der junge Mann dir bekannt?" fragte Ladp Mar-garethe.

»Ich, ich habe ihn, gnädige Frau, gelegentlich beimeinem Oheim und anderswo gesehen," stammelte Fräu-lein Edith« Bellenden.

Ich höre hier," entgegnete Lady Margarethe,die Leutesagen, der junge Stutzer sei der Neffe des alten Milnwood."

Der Sohn des verstorbenen Obersten Morton von Miln-Die Schwärmer. I. 2