Sic löste seine Bande — er stand aufrecht da, sah mit wild froh-lockendem Lächeln umher, schlug die Hände zusammen und sprangin dieHöhe, wie außer sich vorFreude, daß er frei war. Er sah sowild aus, daß Jeanie vor dem, was sie gethan, zitterte-„Laß mich hinaus," rief er.
„Nicht eher, als bis Du mir versprichst" —
„So sollst Du bald Dich und mich gern hinauslafsen wollen."Er nahm das brennende Licht und warf es in den Flachs, der so-gleich in Flammen stand. Jeanie schrie und tief aus dem Zimmer.Der Gefangene eilte an ihr vorüber, riß ein Flurfenster auf, warfsich hinunter in den Garten, sprang über den Zaun, rannte durchden Wald und erreichte das Eecufer. Das Feuer wurde indessengelöscht,der Gefangene aber vergebens gesucht. Da Jeanie ihr ei-genes Geheimniß nicht verrieth, blieb ihr Antheil an seiner Fluchtverborgen- Sein Schicksal erfuhren ste einige Zeit nachher, es warebenso wild, wie sein Leben bisher gewesen.
Durch eifrige Nachforschungen erfuhr Butler, daßder Jünglingdas Schiff erreicht habe, worauf Donacha sich einschiffen wollen.Doch der habsüchtige Schiffscapitain, durch seinen verbrecherischenHandel an jede Art des Verraths gewöhnt, und um die reiche Beutegebracht, welche Donacha an Bord zu bringen versprochen, be-mächtigte fich des Flüchtlings und führte ihn gefangen mit nachAmerika, wo er ihn an einen virginischen Pflanzer als Sklavenverkaufte. Auf diese Nachricht schickte Butler eine hinreichendeSumme nach Westindien, um ihn loszukaufen; allein diese Hülsekam zu spät. Der junge Menschhatte sich an die Spitze einer Ver-schwörung gestellt, bei welcher sein grausamer Herr um's Lebenkam, und war dann zu einem nahen Stamm wilder Indianergeflohen. Man hörte nie wieder von ihm. Vermuthlich lebte undstarb er unter diesem rohen Volk, da seine frühere Erziehungihn so ganz geeignet mach e, sich zu demselben zu gesellen.