Da nun alle Hoffnung vorüber war, den Jüngling wieder-zusehen und zu bessern, glaubten Butler und Jeanie ihrerSchwester verhehlen zu dürfen, auf wie schreckliche Weise ihrSohn sich wiedergefunden hatte. Länger als ein Jahr nachjener traurigen Begebenheit blieb sie bei ihm, und brachte dengrößten Theil dieser Zeit in tiefem Gram zu. In den letztenMonaten nahm ihre Betrübniß mehr den Charakter des Unmuthsund der üblen Laune an, welche die Einförmigkeit des friedlichenLandlebens nicht zu zerstreuen vermochte. Von ihrer frühestenJugend an genügte es Eiste nicht an einer stillen, demüthigenZufriedenheit. Sehr verschieden von ihrer Schwester, bedurfte sieder gesellschaftlichen Zerstreuung, sich im Leiden zu trösten oderihre Freude ru erhöhen. Sie verließ Knocktarlitie's Einsamkeitmit den Thränen aufrichtiger Liebe, und überhäufte dessen Be-wohner mit Allem, wovon sie glauben konnte, daß es einigenWerth in ihren Augen habe. Allein sie verließ cs doch, undals der erste Schmerz der Trennung vorüber war, empfandenbeide Schwestern diese Abreise als eine Wohlthat.
Die Familie im Psarrhause zu Knocktarlitie hörte in ihrerstillen ruhigen Glückseligkeit, wie die reiche schöne Ladp Staun-ton ihre Stelle in der vornehmen Welt wieder eingenommen.Sie empfingen auch bald thätige Beweise davon, denn Daviderhielt eine Ofsicierstelle, und da der kriegerische Geist desBibel-Butlers in ihm wieder aufgelebt zu sein schien, machteihn sein gutes Betragen bald zu höheren Beförderungen ge-schickt. Rüben widmete sich der Rechtswissenschaft, und stieglangsamerzwar, aber sicherer; Euphemia Butler, deren Schön-heit und gute Ausstattung, durch die Großmuth ihrer unbe-kannten Tante vermehrt, ihr viele Bewerber verschafften, hei-rathete einen hochländischen Lord, der nie nach dem Namenihres Großvaters fragte; und so wurde sie bei dieser Gele-