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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
Entstehung
Seite
157
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Jeanie bei der Hand hinter sich her. Gern wollte diese inden ersten besten Kirchstuhl schlüpfen, und Magda ihren Wegallein sortsetzen lassen- Dies war jedoch ohne gewaltsamenWiderstand unmöglich. So ward sie denn von ihrer aberwitzi-gen Hüterin als Gefangene durch das Gotteshaus geschleppt,während jene, mit halb geschlossenen Augen, einem süßlichenLächeln auf den Lippen, einer gezierten Wendung der Hand,die ihren gekünstelt niedlichen Schritten vollkommen entsprach,das verwunderte Angaffen der Gemeinde für etwas sehrSchmeichelhaftes hielt, und es mit Kopfnicken und halbemVerneigen erwiederte. Ihre Albernheit trat noch stärker her-vor durch das seltsam Entgegengesetzte der Erscheinung Jea-nic's, die mit fliegendem Haar, gesenkten Augen, schamglü-hendem Antlitz, gleich einer Besiegten, von ihr nachgezogenwurde. Ein fester, mitleidiger, ernst verweisender Blick desGeistlichen traf zuletzt die arme Bcthörte, und machte ihrenZierereien ein Ende. Sie öffnete hastig einen unbesetztenKirchstuhl und trat hinein, Jeanie mit sich ziehend. Sie ließhier auf wenige Minuten das Haupt in die Hand sinken, undgab Jeanie durch einen Kniestoß ein Zeichen, nach ihrem Bei-spiel zu thun. Die Sitte, auf solche Art seine Andacht zubezeigen, war jedoch Jeanie völlig fremd; anstatt dem Winkzu folgen, sah sie umher mit starrem Angstblick, den ihre Nach-barn, sie nach ihrer Gefährtin beurthcilend, sehr natürlichdem Wahnsinn zuschrieben. Alle, die in der Nähe waren, zo-gen sich von diesem seltsamen Paar zurück, so weit sie nurkonnten. Einem alten Mann nur gelang es nicht, schnellgenug aus Magda'ü Bereich zu kommen, so daß sie ihm dasGebetbuch aus der Hand riß, um die Stellen des heutigenVortrags nachzusehn. Sie zeigte sie dann Jeanie, wobei siedurch die höchste Uebertreibung in Benehmen und Geberde,