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sich den Schein der Andacht zu geben suchte. Das Gebet sagtesie so laut, daß man ihre Stimme aus allen übrigen hervorhörte.
Wie tief und schmerzlich es Jeanie auch empfand, sich ineinem Gotteshause solcher Schmach ausgesetzt zu sehen, siemußte doch sich einigermaßen zu fassen suchen, und umherschauen, bei wem Hülfe zu finden sei. Es war natürlich, daßihre Gedanken sich auf den Geistlichen richteten. Er war einältlicher Mann von würdigem Änsehn, und seine ernste feier-liche Ruhe bei Verrichtung des Gottesdienstes brachte die Mit-glieder der Gemeinde, die Magda's ausschweifendes Betragengestört hatte, zur geziemenden Aufmerksamkeit zurück. DiesAlles bestärkte Jeanie in dem Entschluß, sich an ihn zu wen-den, sobald der Gottesdienst beendet sei.
Der priesterliche Rock, mit dem er bekleidet war, und vondessen Gebrauch sie viel gehört, ihn aber nie an einem Pre-diger gesehen hatte, gaben ihr freilich etwas Anstoß. Auchverwirrte sic das wiederholte Aufstehn und Niedersitzcn derGemeinde, um so mehr, da Magda Wildfeuer, bekannter mitdiesem Kirchengebrauch, die Gelegenheit wahrnahm, ihreMacht über Jeanie auszuüben, und sie jedesmal in die Höheund wieder hinunterriß, mit einem geräuschvollen Eifer, derstets von Neuem eine für Jeanie höchst peinliche Aufmerksam-keit erregte- Aller dieser Vorurtheile und Störungen unge-achtet, war es ihr verständiger Vorsatz, sich so viel als mög-lich nach dem Beispiel der Uebrigcn zu richten. „Der Pro-phet," dachte sie, „erlaubte Naaman dem Syrer sogar imHause Rimmons anzubeten. — Und wenn ich, in dieser Noth,den Gott meiner Väter in meiner eignen Sprache preise, sowird er gewiß mir vergeben, daß ich es auf eine mir fremdeWeise thue."
Durch einen stillen Ernst ihre wahrhafte Andacht bezeigen