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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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Dem Gedächtniß Donald Murdockson's vom 2ksten König-lichen Regiment, einem frommen Christen, einem bravenKrieger, einem treuen Diener, errichtete dieses Denkmal seindankbarer, ihn betrauernder Herr, Robert Staunton."

Du hast gut gelesen, Jeanic; gerade die Worte find's,"sagte Magda, deren Zorn nun in eine tiefe Schwermuth über-gegangen, und mit ungewöhnlich ruhigem, trauerndem Schrittführte sie Jeanic zur Kirchthür.

Es war eine jener alterthümlichen ehrwürdigen Dorskirchen,die man sehr häufig in England findet. Der anständigen Feier-lichkeit ihres Aeußern ungeachtet, hätte jedoch Jeanic, denGrundsätzen der Presbyterianer treu, sich nie bewegen lassen,eine bischöfliche Kirche zu betreten, wäre nicht die Veranlas-sung dazu so dringend gewesen. In ruhigern Augenblickenhätte sie geglaubt, die ehrwürdige Gestalt ihres Vaters in denKirchgängen schweben zu sehen, wie er ihr ernst mit der Handwinkte, umzukehren, und mit feierlichem Ton ihr zurufe:Laßab, mein Kind, zu hören auf die Zucht, die da abführt vonvernünftiger Lehre." Allein in ihrer gegenwärtigen Angst eiltesie diesem verbotenen Aufenthalt zu, wie das gejagte Wildzuweilen in den feindlichen Wohnungen der Menschen eineZuflucht gegen die noch drohende Gefahr sucht. Selbst dieTöne der Orgel und einiger Flöten, die den Kirchengesangbegleiteten, hielten sie nicht ab, ihrer Führerin in die Kirchezu folgen.

Kaum hatte Magda den Fuß hinein gesetzt, und war sichbewußt, daß sie die 'Aufmerksamkeit der Versammlung auf sichziehe, als sie wieder in jene ausschweifenden Thorheiten ver-fiel, die durch einen Anflug von Traurigkeit auf Augenblickeverbannt worden. Sie ging oder vielmehr schwamm mit eit-ler Selbstzufriedenheit den Mittlern Gang hinauf, und zog