155
sie schreckte auf, als das Hinansteigen einiger Stufen ste zumKirchhof geführt hatte, und sie nun Mazda gerades Wegesnach der Kirchthür gehen sah. Da Jeanie nicht gesonnen war,sich in solcher Begleitung der Versammlung darzustellen, gingsie ein wenig bei Seite, und sagte mit entschiedenem Ton:»Mazda, ich will hier warten, bis die Kirche aus ist, Dukannst allein hineingehcn, wenn Du Lust hast. Indem siediese Worte sagte, war sie im Begriff, sich auf einen der Grab-steine niedcrzusetzcn.
Mazda war schon etwas voraus, als Jeanie seitwärts ging;allein schnell wandte sie sich um, schritt hastig auf sie zu, undergriff sie zornglühend beim Arm: „Bildest Du Dir ein, Duundankbares Geschöpf, ich werde Dich auf meines Vaters Grabsitzen lassen? Der Teufel soll Dir auf den Kopf fahren!Wenn Du nicht gleich aufstehst und mitkommst, reiß ich Dirall Deine armseligen Lumpen vom Leibe!"
Sie schien die Drohung wahr machen zu wollen; denn sieriß Jeanie den Strohhut vom Kopf und eine Handvoll Haareobcnein, und warf den Hut hinauf in einen alten Eibenbaum,wo er an den Zweigen hängen blieb. Erschrocken wollte Jea-nie laut um Hülfe schreien, doch sie faßte sich schnell; unge-achtet die Kirche so nah war, konnte die Wüthende ihr tödt-licheS Leid zufügen, ehe Jemand herbeicilte. Es schien weni-ger gefährlich, ihr zu der versammelten Gemeinde zu folgen,wo sie mindestens Schutz gegen ihre Gewaltthätigkeiten hoffendurfte. Als sie jedoch mit mildem Ton ihre Einwilligung an-deutete, waren schon wieder andre Vorstellungen in Magda'sunstätem Sinn herrschend geworden. Sie hielt Jeanie mitder einen Hand fest, mit der andern zeigte sie auf die In-schrift des Grabsteins hin, und befahl ihr, sie zu lesen. Jeaniegehorchte, und las folgende Worte: