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mals eine Frau von Stande geschmückt, und dann zu ihremKammermädchen hinunter gestiegen. Eine gclbseidene Schürzemit Flittcrn gestickt, gleich ausgedient und eben so ehrenvol-ler Abkunft, ward wie ein Wehrgehenk schräg über die eineSchulter geworfen. Anstatt ihrer groben ledernen zog Magdaein Paar abgetragene Atlasschuhe an, mit sehr hohen Ab-sätzen, und gleich der Schärpe bcflittert und gestickt. Sie hattefrüher schon sich auf dem Wege eine Weidengerte geschnitten,so lang wie eine Angelruthe. Von dieser begann sie jetzt sehrsorgfältig die Rinde abzuschälen. Als die Gerte ganz weißund glatt war, sagte sie zu Jeanie, sie sähen nun beide rechtanständig aus, wie es sich für junge Mädchen an einem Sonn-tagmorgen zieme; und da das Läuten aufgehört hätte, sowollten sie nur hinein gehen in's Dorf.
Jeanie seufzte tief, daß sie am Tage des Herrn, und wäh-rend des Gottesdienstes obendrein, mit einer solchen Gefähr-tin durch bewohnte Straßen ziehen sollte. Allein die Nothkennt kein Gesetz; und ohne einen lauten heftigen Streit, ge-fährlicher noch unter diesen Umständen, war es unmöglich, sichvon der Wahnsinnigen loszumachen.
Dies arme Mädchen aber war ganz aufgebläht von Eitel-keit, und im höchsten Entzücken über ihren glänzenden Putzund ihr schönes Ansehen. Sie traten in das Dorf, ohne vonJemand bemerkt zu werden, als einem halb blinden altenMütterchen, die von Magda's Flittern geblendet, sich so ehr-erbietig vor ihr verneigte, als wäre sie eine Gräfin. Dieserhob ihren Eigendünkel bis zur höchsten Stufe. Sie lächelte,zierte sich, trippelte, drehte sich hin und her, und winkte Jea-nie mit vornehmer Herablassung, ihr zu folgen.
Die Augen zu Boden geschlagen, um nicht die Albernheitenihrer Gefährtin zu sehen, folgte Jeanie ihr in Geduld. Allein