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10 (1851) Der Kerker von Edinburg
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tend sie werde sich noch mehr in den Wald vertiefen, undganz von der Heerstraße abkommen.

Ob ich ihn kenne? Hab' ich nicht lange hier gewohnt undsoll den Weg nicht kennen?Zwar könnt' ich ihn wohl ver-gessen haben, denn cs war vor meinem Unglück; aber mancheDinge kann Einer nie vergessen, er mag es anfangen wie er will."

Sie waren indessen tief in den Wald hinein gekommen. DieBäume standen hier ein wenig licht,und amFuß einer herrlichenPap-pelerhob sich ein moosbedeckterHügel..Kaum war Magda Wild-feuerzu dieserStelle gelangt, als sie dieHände über denKopfschlug,und mit einem lauten Schrei, der wie Lachen klang, sich plötzlichbei dem Hügel nieder stürzte und bewegungslos dort liegen blieb.

Jeanie's erster Gedanke war, die Gelegenheit zur Flucht zuergreifen. Allein ihr Wunsch nach Rettung wich in diesem Au-genblick der Besorgniß für die arme Wahnsinnige, welche vielleichthier aus Mangel an Hülfe umkommen konnte. Mit einer für ihreLage heldenmüthigen Aufopferung beugte sie sich zu ihr nieder,sprach ihr auf das Liebreichste zu, und bemühte sich sie aufzuhe-heben. Mit Mühe gelang cs ihr, und als sie die Unglückliche insitzender Stellung gegen den Baum lehnte, sah sie, daß ihr sonstblühendes Gesicht todtcnblaß und in Thränen gebadet war.

Jeanie ward tief gerührt von diesem Zustand; um somehr, da ihr aus dem wildverworrenen unstäten Treiben ihrerGefährtin doch stets eine gewisse Milde gegen sie hervor ge-leuchtet, für welche sie sich dankbar fühlte.

Laß mich! Laß mich!" rief das unglückliche Mädchen,als die erste Heftigkeit ihres Schmerzes nachließ.Laß mich, das Weinen thut mir wohl Ich kann keine Thränenvergießen als ein- oder zweimal im Jahr vielleicht, und dannkomme ich, diesen Rasen damit zu benetzen, daß schöne Blu-men darauf blühen und das Gras grüner sei."