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Der rastlose Geist ihrer Krankheit ergriff jedoch Mazda baldwieder. Nachdem sie einige Minuten lang, mit halb geschloffenenAugen genickt hatte, erhob sie den Kopf, und sagte matt und gäh-nend, denn das angestrengte Reiten des heutigen Tages hatteihr eine ungewohnte Schläfrigkeit gegeben: „Ich weiß nicht war-um ich heut so müde bin, ich schlafe sonst niemals eher, bisder liebe Mond zu Bett geht. — Und nun gar wenn er vollist, und hoch über uns in seinem großen silbernen Wagenrollt. Da Hab' ich schon oft vor Freuden ganz allein mitmir getanzt, — oder es kamen Todte und tanzten mit, HansPorteous oder sonst Einer, den ich bei Lebzeiten gekannt. —Denn Du mußt wissen, ich bin auch schon einmal todt gewe-sen" Sie sang mit wildem aber leisen Ton:
„Begraben auf dem Kirchhof liegtMein Leib gar weit von hier;
Und es ist nur mein muntrer Geist,
Der jehv spricht zu Dir.
Aber Jeanie, cs weiß eigentlich Niemand recht, wer lebt oderwer todt ist. — Zuweilen denke ich, mein armes Kind ist todt,Du weißt ja, daß cs begraben ist. Aber das thut nichts, ichhabe cs doch hundert und hundertmal auf dem Schooß gehabtseitdem, — und das ginge doch nicht, wenn es todt wäre."
Das Bewußtsein der Wahrheit schien hier über ihre Wahn-gebilde zu siegen, sie brach in ein heftiges Weinen und Wehe-rufen aus, bis sie zuletzt vom Jammern und Schluchzen er-müdet in einen festen Schlaf fiel, wie ihr tiefes Athemholenes bezeugte, und Jeanie ihren eigenen traurigen Betrachtun-gen überließ.