„Magda! — Magda! — Magda Wildfeuer! — MagdaTeufel! wo hast Du das Pferd gelassen?" wurde wiederholtvon den Männern draußen gefragt.
„Es ist bei seinem Abendbrod, das arme Ding," antwor-tete Magda.
„Bei seinem Abendbrod?" fragte der wildere von denbeiden Räubern, „was meinst Du damit? Sage wo es ist,oder ich schlage Dir Dein tolles Gehirn ein!"
„Es ist in Gevatter Plauderers Weizenfeld, Ihr kennt ihn ja."
„Im Weizenfeld, Du verrücktes Mensch!" rief Thoms inder höchsten Erbitterung.
„Nun ja, Du allerliebster Galgenstrick, was werden denndie jungen Weizensproffen der armen Mähre schaden?"
„Davon ist nicht die Rede," sagte Franz; „davon aber,was cs uns schadet, wenn die Leute morgen früh das Thierauf ihrem Grund und Boden finden. — Geh nur, Thoms,und hol' es herein, und nimm Dich in Acht, keine Fußtrittehinter Dir zurückzulaffen."
Der Kerl brummte ein wenig, daß er sich immer mit Al-lem placken müsse, ging aber dennoch. Unterdessen hatteMagda sich auf das Stroh hingelagert, in einer halb sitzendenStellung den Rücken gegen die Thür gelehnt, die sich nachinnen öffnete, und die sic auf solche Weise durch die Schwereihres Körpers geschloffen hielt. Sie plauderte noch allerleiverworrenes Zeug durcheinander, sang dann mit lauterStimme, und sagte endlich: „Ich bin heut Nacht etwas heiser,Jeanie, und kann nicht mehr singen. Ich glaube gar, ich werdeeinschlafen." Sie ließ den Kopf auf die Brust sinken, und Jeaniehütete sich sorgfältig, sie zu stören. Einzig mit dem Gedanken derFlucht beschäftigt, sehnte sie sich nach einem ruhigen Augenblick,die Mittel und die Möglichkeit der Ausführung zu überdenken.